kamisutra.net

Dienstag, 31. Januar 2006

Viel los

Bevor die Erinnerungen an das vergangene Wochenende langsam verblassen, will ich noch schnell versuchen, alles aufzuschreiben.

Annis Abschlussball stand am Samstag an, also kamen ihre Schwester und der dazugehörige Freund bereits am Freitag, einerseits, um ein wenig Vorsprung vor den Eltern zu haben, und andererseits, um noch ein wenig feiern gehen zu können, was wir dann auch taten, und zwar zu den Tarantinos ins Mau. Zur Einstimmung haben wir zuhause schon mal ein wenig Kill Bill geguckt und Cocktails geschlürft. Dann, fertig verkleidet, entweder als Elle Driver im Schwesternkostüm mit Augenklappe oder halt klassisch im Anzug ins Mau. Die Band hat ziemlich gut Stimmung gemacht und alle möglichen bekannten Titel aus diversen Quentin Tarantino Filmen äusserst Tanzbar auf die Bühne gebracht. Bei der dritten oder vierten Zugabe allerdings waren sie selbst offenbar dermassen begeistert, dass sie anfingen Photos vom Publikum zu machen. Wie man sieht, haben wir aus Jux noch schnell die CDs mit Autogrammen geholt, um dann bis ca. 3 Uhr noch zu Konservenmusik abzufeiern.

Samstag also begann 19 Uhr der Ball in der Trotzenburg, und zusätzlich zu den bereits erwähnten kamen noch Annis und meine Eltern und Annis Grosseltern. Was soll ich sagen, das Buffet war grossartig, das Programm lustig und ganz zum Schluss habe ich mich sogar noch einmal getraut, Discofox zu tanzen. Kurz nach Elf kamen noch alle möglichen Freunde vorbei (ebenfalls recht gut gekleidet), mit denen wir dann nachher zur Fully Loaded Jubiläumsfeier auf die Stubnitz gefahren sind (nachdem wir der Trotzenburg noch einen unfreiwilligen zweiten Besuch abstatten mussten, ratet mal, wer seine Handtasche vergessen hat). Tja, aufm Schiff war es leider weniger spassig als erhofft, so dass Anni und Jasmin schon recht früh, auch ich gegen 5 nach Hause gegangen bin.

Am Sonntag haben Anni und ich dann einen schön langen Spaziergang am Strand gemacht, ‘ne lecker Torte in der Konditorei Wegner gegessen (die wir nicht mal bezahlt haben, wie uns nachher aufgefallen ist). Hmmm, und in der Nacht ging es los: Erkältung allererster Sahne, und leider bin ich immernoch nicht ganz auf der Höhe. Aber ich versuche mich noch schnell ordentlich auszukurieren, damit ich das kommende Wochenende in Rom ordentlich geniessen kann!

Sonntag, 22. Januar 2006

Vier Tage

Gerade wieder aus Lübeck da, schon denk ich an Euch und schreib Euch was :)

Donnerstag war im Rathaus eine “Expertenanhörung”, das Rostockticket betreffend. Für den Fall, dass Ihr nicht sofort wisst, worum es da geht: Die PDS hat angesichts der klammen Haushaltslage den Vorschlag geäussert, für ganz Rostock eine Art Soliticket ähnlich dem Semestertickt für Studenten einzuführen. Sprich, jeder Rostocker zahlt 15€ im Monat und kann für diesen Pauschalbetrag soviel Bus/Strassen- und S-Bahn/Fähre fahren, wie er oder sie will. Micha hatte schon vorher überschlagen, dass die angesetzte Summe zu gering sei und wir hatten daher vorher, da uns die Idee als solche gut gefällt, mit der PDS Kontakt aufgenommen, wobei in der Antwort noch einige Details erläutert wurden. Die OZ hat am nächsten Tag alles sehr negativ Dargestellt und im Kommentar den ganzen Vorschlag komplett verrissen, was hauptsächlich an der für Journalisten, wenn man die Leute bei diesem Käseblatt denn so nennen will, typischen Oberflächlichkeit. Wenn ich nach einer halben Stunde gegangen wäre, hätte ich auch nichts geblickt. Hätte der Schmierfink ein wenig länger zugehört, wäre er zu diesem Schluss gekommen: Die Idee und all ihre positiven Nebenwirkungen wurden als erstrebenswert angesehen. Das wirklich gravierende Problem, abgesehen von ein oder anderen Details, die in so einem frühen Stadium noch gar nicht geklärt sein konnten, ist schlicht und ergreifend die Finanzierung, kostenlose Fahrt für alle ist toll, aber wie soll man Leuten erklären, warum sie auf einmal gezwungen sind, etwas zu bezahlen?! Wie ich bereits feststellen musste, beisst man bei regelmässigen Autofahrern einfach auf Granit. Also Soliticket nein, gratis fahren ja, leider kein Geld - schade. Auch wenn das letzte Wort hoffentlich noch nicht gesprochen ist.

Freitag war volles Programm geplant. Beispielsweise die seit langer Zeit heiss erwartete Fuerza Social-Party im JAZ mit Salsa- und Merengue-Tanzkurs. Oder Katschis Geburtstag und Ausstand im Warmbad. Oder Pannows Geburtstag in der Chaos-WG. Letztere kam für uns leider zu kurzfristig, erstere war uns faulheitsbedingt (und weil wir bei -3°C nicht wirklich in Cuba-Stimmung waren) zu weit weg, also gingen wir einmal um die Ecke ins Warmbad, wo hinten in Phase 2 noch nicht wirklich viel los war und Anni und ich uns erstmal mit Durchhaltekaffee versorgt haben. Danach folgte, kurz gesagt, eine der geilsten Feiern bei der wahrscheinlich schlechtesten Musik, die ich je erlebt habe. Bis auf die Warmbadleute und ein paar wenige bekannte Gesichter waren ansonsten jede Menge Behinderte, Schwule und Lesben da (vielleicht daher auch die seltsame Musikmischung, und ja, es liefen auch Village People und Marianne Rosenberg). Wir haben gequatscht, gelacht, getanzt (Auch wenn ich mit “I will survive” was anderes verbinde, als die meisten anderen Anwesenden ;), über die Leute gestaunt und so viel Spass gehabt, ich bin immernoch total beeindruckt. Um vier mussten wir dann ins Bett, weil wir ja noch zum 50. Geburtstag von Schwiegerpapa nach Lübeck wollten.

Samstagabend kamen wir dann mit Hackfleischtorte und Geschenk bei Annis Eltern an, wobei wir alles natürlich noch am Vater vorbeischmuggeln mussten. Nachdem wir uns den selten dämlichen Film “Fantastic Four” angeguckt hatten, haben wir Punkt zwölf das Geburtstagskind mit der Hackfleischtorte und 50 kleinen unauspustbaren Scherzkerzen überrascht, was uns auch prima gelungen ist, denn die Dinger brannten lichterloh, und so musste ich die brennende Fackel direkt auf die Terasse befördern. Zu unserer Freude konnten wir am Ende des Spektakels unter der ca. 2 cm dicken, lecker hellblauen Wachsschicht noch Reste vom Kuchen ausmachen. Das eigentliche Geschenk gab es dann am nächsten Morgen - also am heutigen Sonntag: Einen kleinen Baum, über und über behangen mit so Sachen, von denen wir denken, dass man die ab 50 gut brauchen könnte. Also hingen da so feine Kleinigkeiten wie Kukident, Rheumapflaster, Melissengeist, Doppelherz, Haarfärbemittel, ‘ne Schnabeltasse, usw.. Wir denken aber, dass er sich gefreut hat ;)
Jedenfalls durften wir mit zum Mittag, wo uns allerlei Wild in unbeschreiblichen Mengen kredenzt wurde. Aber selbst ich musste nach dem dritten Teller aufgeben, und so machten wir alle noch einen kleinen Spaziergang am Wakenitzufer und am Kanal. Anni kommt leider morgen Abend erst nach, da sie in Lübeck noch ein paar Sachen erledigen muss, ich muss ja arbeiten, oh mann, wie sich das schon anhört…

Dienstag, 17. Januar 2006

Dänemark

Ok, dann werde ich mal den versprochenen Dänemarkbericht nachholen. Also wir, das sind Micha, Elmar, Sabine, Basti, Michi, Steffi, Robert und natürlich Anni, Paula und ich, sind am 27. Dezember in den eisigen Norden Dänemarks nach Lild Strand, in ein nettes luxuriöses Ferienhaus gefahren, um dort standesgemäss die Jahreswechselfeierlichkeiten mit so netten Extras wie Kamin, Sauna, Whirlpool, Solarium, Pool und unmittelbarer Strandnähe zu begehen. Dazu haben wir weder Kosten noch Mühen gescheut, und zusätzlich zu Roberts Auto noch ‘nen protzigen Audi A4 gemietet, welcher uns wiederum schnurrend wie ein Kätzchen schmuw über die winterlichen Autobahnen brachte. Am Ziel unserer Reise angekommen, mussten wir feststellen, dass es, anders als der Name DanSOMMER versprach einfach mal Arschkalt war, was nicht zuletzt an denen für die steife Nordseebrise viel zu schwachbrüstigen Elektroheizungen unserer ansonsten recht mondänen Behausung lag. Kurzentschlossen begaben sich also einige besonders hartgesottene auf Brennholzraubzug, worauf wir den Ofen zum Glühen und somit das ganze Haus auf mollige gefühlte 80°C brachten.

Ich muss zugeben, dass die Gegend Nordjütland dort erstaunlich unspektakulär ist - nichts ausser Dünen, Wald und Bauern, mal abgesehen von der ein oder anderen putzigen Kleinstadt. Einmal sind wir sogar auf den Reiseführer hereingefallen, welcher uns zielsicher zu einer ganz normalen, aber immerhin 50km entfernten Dorfkirche lotste, welche dafür aber auch geschichtlich keinerlei Bewandtnis hatte. Wenigstens hatten wir beim vorausgegangenen Ausflug zu einem Schlosshotel den Kofferraum mit prima Brennholz für den Rest unseres Aufenthalts im Wikingerland vollpacken können. Davon abgesehen hatten wir jede Menge Alkoholika zum Aufwärmen dabei, wobei alleine für White Russian mehrere Paletten Milch draufgingen. Im übrigen kann ich an Heissgetränken empfehlen: Grog, heissen Apfelkorn oder auch heisse Schokolade mit Vodka. Wenn es dann doch mal vorm Ofen zu warm wurde, konnten wir uns zum Abkühlen ja immernoch in die Sauna zurückziehen.

Ansonsten hat es mit der ernährungstechnischen Versorgung bestens geklappt, da sich wider Erwarten grundsätzlich freiwillig Leute für Kochaktionen gefunden hatten. Es wurde also viel gegessen + getrunken, umhergewandert, gespielt und Quatsch gemacht. An Silvester wurde eine gemütliche Runde Meiern nur durch Bastis pyromanische, ja, hmm, Versuche unterbrochen, in denen er uns eindrucksvoll bewies, wie schnell man eine gewaltige Stange Geld in Rekordzeit und relativ unspektakulär in die Luft blasen kann. Da hat er diesmal anscheinend einfach mal die falschen Sachen eingekauft. Am 2. Januar dann ging es schweren Herzens wieder nach Hause, wobei wir den Abend noch nett bei Enzo und köstlicher Pizza Holland (zumindest für mich) beendeten. Zur Erinnerung: Ein paar Photos findet Ihr hier.

Donnerstag, 12. Januar 2006

Neue Frisur

Kaum das die Wolle zum Zopf reichte, isse auch schon wieder ab!

Mittwoch, 11. Januar 2006

Sommer vorm Balkon

Elmar hatte Geburtstag, und zwar genau gestern. Und wer hats verdüst? Ich natürlich.
Da werde ich tagsüber extra nochmal dran erinnert - und? Ich denk an nichts böses und kauf Kinokarten für Anni und mich. Spätestens als Elma angerufen hat, um zu fragen, ob wir nicht auch irgendwann mal vorbei kommen wollten, fiel mir dann doch ein, dass da noch irgendwas war.

Naja, wir haben Paula dann erstmal der Feiergesellschaft übergeben, und sind dennoch in den Film “Sommer vorm Balkon” ins Capitol gegangen - dabei links und rechts je eine Flasche Vodka für die Feier - das Mädel am Einlass wusste gar nicht, wie sie gucken sollte, und meinte nur, dass wir die Dinger doch lieber schnell verstecken sollten, woraufhin dann die Oberbartante ankam, die sich jedoch auch nur fragte, warum wir die Flaschen nicht einfach mit rein nähmen, nur würde sie uns bitten, die nicht auszutrinken, da sie uns sonst wohl raustragen müssten.
Der Film ist absolut sehenswert. Die Schauspieler überzeugen auf ganzer Linie, alles wirkt, auch durch die handgeführte Kamera, sehr authentisch. Das ganze spielt in Berlin, Prenzlauer Berg - mit allen Typen von Menschen, die da so leben, und erzählt, fast wie eine Milieustudie, von den ganz alltäglichen Problemen zweier auch nicht unbedingt jünger werdender Freundinnen, naja, und so weiter… ;)

Sonntag, 8. Januar 2006

030

Dieses Wochenende sind Elmar, Micha, Anni und ich relativ spontan mal nach Berlin gefahren. Mit Ländertickets und ‘ner Flasche Havanna bewaffnet - Paula hatten wir solange zu Sabine gegeben - stachen wir Freitag Abend also in See um irgendwann nachts, nachdem wir bei Micha unseren ganzen Kram verstaut hatten, im Rosi’s am Ostkreuz einzukehren. Und eh ich versuche zu beschreiben, was es da alles gab:

Terrabeats:
global dancefloor:
PEPE VARGAS (spanish reggae, ska, classics & globalbeats)
CHICHARON SOUND (mestizo & salsamuffin)

global gipsyfloor:
SEEKYOU (gipsy-swing & latin)
SOKO (balkanbeats – gypsy, tribal, ska)

global chinalounge:
SHAZAM (oriental breakbeats & roots)

Ich muss sagen, ich hab selten so eine geile Veranstaltung erlebt, bei der die Musik wirklich genial war und dir Leute permanent getanzt und gute Laune verbreitet haben. Vor allem die Balkanbeats auf dem Gipsyfloor sorgten mit Blasmusikbeschallung für Instant-Extase.

Der Samstag startete mit einem leckeren, ausgedehnten Frühstück, und Anni und ich machten uns auf zum Shopping, leider anfangs teils etwas ziellos zunächst in Friedrichshain und dann vom Hackeschen Markt aus. Jedenfalls hab ich neue Schuhe und ein T-Shirt. Die Tasche, die ich mir eigentlich zulegen wollten, habe ich so schnell nicht so in meiner Geschmacksrichtung gefunden. Elmar stiess dann noch zu uns, nachdem er seine Plattenkäufe gut überstanden hatte, und so futterten wir noch was beim Vietnamesen “Good morning Vietnam!” in der Alten Schönhauser, bevor wir dann Abends noch im Kino in den Hackeschen Höfen den Film “Das Badehaus” geniessen durften. Das nächste mal lieber gleich mit Shopping Guide.

Abends sind wir dann zu Basti, wo wir mit einigen Dänemarkreisenden und einigen Daheimgebliebenen vorgeglüht haben, und das mit einer wirklich bunten Sammlung teils widerwärtiger Alkoholika. Nach einigem Hin und Her bewegten wir uns dann alle langsam zum Duncker, welcher dann leider mit seiner im Mittel vier Jahre alten Musikauswahl und den von einem aufs andere Bein wankenden Leuten nicht wirklich nüchtern zu ertragen war, so dass Anni und ich schon recht früh wieder zu Micha nach Hause spaziert sind. Um die Diaspora perfekt zu machen, schlief Elmar bei Basti und Micha bei Doreen, es galt heute morgen also erst einmal, alle Berlinreisenden wieder am Stützpunkt zusammen zu trommeln, um nach einem wiederum üppigen Frühstück die Heimreise anzutreten, schliesslich muss die arme Anni heute mal wieder ab 17:30 im Warmbad arbeiten. Paula hingegen hat sich bei Sabine sichtlich wohl gefühlt, muss jetzt aber wieder mit uns vorlieb nehmen. Tja, und ich muss morgen um 6:40 wieder raus :(

Achso: Da ich im Moment ein wenig Probleme habe, Photos und sonstiges heraufzuladen, habe ich es mal mit flickr versucht, was allerdings, wenn man es sinnvoll nutzen will, kostenpflichtig ist. Nichtsdestotrotz habe ich mein bescheidenes Uploadlimit für diesen Monat mal komplett ausgeschöpft, um Euch wenigstens einen kleinen Eindruck vom kalten Norden zu geben.

Montag, 2. Januar 2006

Wieder im Lande…

Noch fix und alle. Und ganz nebenbei das 100. Posting. Jedenfalls allen ein frohes Neues! Und ich hau mich hin :)

Dänemarkbericht folgt…

kamisutra | 2 Kommentare »