Delay
ist genau das, was ich hier zu praktizieren scheine. So viel Verzögerung. Dabei ist so viel passiert.
Das wichtigste vorneweg: Anni hat am Donnerstag ihre letzte Staatsexamensprüfung bestanden, ja, und ist jetzt fertig, was wir dann auch ein wenig, aber schön dekadent, im Warmbad gefeiert haben. Studium zuende, puhh, kann ich mir noch gar nicht so richtig vorstellen. Jetzt steuert sie schnurstracks aufs Referendariat zu, nach einer angemessen Auszeit natürlich. Oh mann, hoffentlich bleibt sie in der Nähe - ich muss zugeben: vor einer Fernbeziehung hab ich ziemlich Angst.
Weihnachten rückt näher und näher. Nachdem meine Familia letztes Wochenende zum Weihnachtsmarktbummel hier war, kam diesen Freitag Annis Clan zu Besuch. Nachdem wir das überstanden hatten (wer fing eigentlich ausgerechnet im Riesenrad mit dem Thema Selbstmord an?! :), war es endlich soweit: die LOHRO-Klubnacht konnte starten. 5€, 12 Klubs, und so sind wir als grosse Gruppe mit ca. 3000 anderen Feierwütigen durch die Nacht getigert. Die Escobar unterm Händikäff hatte (für uns) Premiere, und mit Reaggae und dem schönen Ambiente sofort überzeugt. Danach das Momo, wiedermal nett, gut als Zwischenstopp. Dann per Pedes (wir haben es irgendwie immer geschafft, das Busshuttle gerade so zu verpassen) zum Speicher, wo Katha mittlerweile mit ihrem Dienst fertig war und Dirk und Heiko zur Colt Sievers Lounge Mugge doch ganz gut abgingen (klar - als Besitzer, hehe), im Gegensatz zu uns. Schon der Sirtaki kam mir spanisch. Elma hing auch irgendwie durch, und wir grübelten wohin. Da die Stubnitz eh auf dem Heimweg lag, tingelten wir da vorbei und freuten uns auf den elektronischen Ausgleich.
Ok, dass mehr das Schiff verliessen als hineingingen, muss ja nicht immer was heissen. Aber tja, nur ein Deck wurde mit mittelmässigen Klängen geflutet, die Leute waren schon arg mit durch, und auch die auf dem Vorderdeck der vollständigkeit halber eingespielten Platten kamen eher aus der Seltsamkiste. Schon arg gebeutelt, schliesslich war ich seit 6:40 Uhr auf den Beinen, spalteten Anni und ich uns dann gegen 4:30 Uhr langsam ab, machten uns auf den Nachhauseweg und mussten feststellen: Es ist kalt in Deutschland. Im Mau soll es zum Schluss noch ganz gut gewesen sein, egal, wir schliefen den Schlaf der gerechten.
Ich wurde irgendwann geweckt von Anni und Frühstück am Bett, und wir verbrachten den Samstag im wesentlichen mit Auspannen und Dickens Weihnachtslied als Hörbuch.
Heute waren wir noch Brunchen im Heumond (sehr empfehlenswert), haben einen kleinen Altstadtspaziergang gemacht (es ist wirklich kalt in Deutschland), waren auf dem Petriturm, und, und, und. Und ich bin jetzt müde. Morgen ist ja wieder Montag.