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Sonntag, 20. November 2005

The Element of Crime

FilmplakatGestern Abend hat es Anni und mich gepackt, und wir beschlossen kurzerhand ins Kino zu gehen. Da mir von Montag noch eine Programmvorschau für Lars von Triers Film “The Element of Crime” in Erinnerung war und meine Neugier weckte, gingen wir zur Nachtvorstellung ins LiWu. Der Film stammt aus der Europa-Trilogie, welche gerade wieder auf die Leinwand gebracht wurde.

Die besondere Optik des Filmes besticht, erinnert eventuell ein wenig an uralte Stummfilmklassiker, wirkt dabei ähnlich surreal, mal wie Fritz Langs Metropolis, mal wie Frank Miller’s Sin City, nur dass hier alles in kontrastreichem orange und spärlichem blau gehalten ist.
Rein Inhaltlich handelt es sich um einen Krimi - Fisher, ein Polizist im Ruhestand begibt sich in seiner neuen Heimat Kairo in Hypnosebehandlung, um der Ursache seiner Kopfschmerzen nachzugehen. Dabei begibt er sich 13 Jahre zurück in ein nicht näher bestimmtes Land in Europa, wo er damals einen Serienmord aufklären sollte, die sogenannten Lotteriemorde. Fisher bedient sich dabei einer umstrittenen Methode seines mittlerweile dahinsiechenden Mentors, welche sich “The Element of Crime” nennt, und im wesentlichen beinhaltet, dass sich der Ermittler so weit wie möglich in den Täter hineinversetzen soll, um schliesslich seine Gedankengänge nachzuvollziehen und ihm einen Schritt voraus zu sein.
Was soweit recht normal klingt ist in ein komplett postapokalytisches Europa eingebettet, ohne zeitliche Bezüge zur Wirklichkeit, voll von Schmutz, menschlichem Abschaum, Armut und seelischer Gewalt. Es gibt weder Jahreszeiten, noch Tag und Nacht; stattdessen überall Wasser - strömender Regen, tropfende Decken, durchnässte Kleidung. Wie ein ekelhafter Alptraum, durch den einen hin und wieder nur die Stimmen Fishers und des Therapeuten begleiten.

Ich muss gestehen, dass das Anschauen ziemlich anstrengend war, aus vielerlei Gründen. Ob einem der Film gefällt, muss jeder für sich entscheiden, vielleicht liebt man ihn und erklärt ihn zu Kult, oder hasst ihn, auch dies sicherlich zurecht. Gibt es eigentlich auch “normale” dänische Filme?!

kamisutra

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